PROJEKT "COWO 2.0": UMGESTALTUNG EINES COWORKING SPACE IN DARMSTADT


PROJEKT "COWO 2.0": UMGESTALTUNG EINES COWORKING SPACE IN DARMSTADT


Das COWO21 in der Holzhofallee in Darmstadt: ein wundervolles Coworking Space zum Arbeiten und Netzwerken - und das erste mit "FreuRaum". Frank Rein, der Betreiber des COWO21 wandte sich 2014 an mich mit ersten Ideen und dem Wunsch, ein paar Umgestaltungen vorzunehmen. Konkret sollte es um Veränderungen im Meetingraum gehen, der freundlicher und einladender gestaltet werden sollte; eventuell sollte auch der Eingangsbereich mit einbezogen werden. Frank wünschte sich Ideen, die sich mit kleinem Budget und - wenn möglich - nachhaltig umsetzen ließen. Etwas Besseres konnte mir nicht passieren: eine Spielwiese, auf der ich meinen Gestaltungsdrang ausleben konnte! In gemeinsamen Ideen-Sessions hatten wir sehr schnell konkrete Maßnahmen im Auge und ich konnte mich in Absprache mit Frank um die Umsetzung kümmern. Es wurde außerdem eine Zufriedenheitsumfrage unter den Coworkern durchgeführt - auch mit Fragen zu Raumgestaltungswünschen. Auf Wunsch einiger Coworker, die als Coaches tätig sind, sollte schließlich eine gemütliche Coaching-Ecke mit 2 Sitzgelegenheiten entstehen. Inzwischen ist so manche weitere Veränderung hinzugekommen - aber beginnen wir von vorn . . .

Besprechungsraum (vor der Umgestaltung)

Meetingraum

Die Ausgangssituation: ein schöner großer Raum mit Fenster zur ruhigen Hinterhofseite und Blick ins Grüne. Der Grundriss erlaubt eine Unterteilung in einen größeren Bereich mit Besprechungstisch bis zu 12 Personen für größere Gruppen und einen kleineren Bereich mit einer gemütlichen "Coaching-Ecke" für vertrauliche Zweiergespräche. Die großen Wandflächen eignen sich gut für die Nutzung eines Beamers und um ggf. auch eine Projektorwand oder ein Flipchart aufzustellen und bieten sich für die farbliche Akzentuierung des Raums an. Die farbliche Gestaltung beschränkte sich bei Projektbeginn hauptsächlich auf farbige Leinwände, die an den Wänden angebracht waren. Die im Inneren der Keilrahmen angebrachten Schaumstoffflächen stellten eine geschickte Maßnahme zur zusätzlichen Schalldämmung dar - allerdings war die gewählte Farbgebung mit den kräftigen Rot- und Orangetönen für einen Besprechungsraum eher ungünstig. Der Fensterbereich mit Heizungsrohren und Steckdosen, ohne Vorhänge, wirkte kahl und ungemütlich. Der Bereich, in dem die Coaching-Ecke entstehen sollte, war mit Bilderrahmen und einer Schau-Vitrine mit Fotografie-Equipment ausgestattet. Allerdings waren dort auch die übrigen Stühle gestapelt. Dieser Bereich des Raumes schien auf diese Weise nicht ideal genutzt, denn einerseits sollte er der Präsentation der Fotoarbeiten dienen, wurde aber gleichzeitig als Stauraum genutzt. Der Bezug dieses Bereichs zur Gesamtfunktion des Raumes war unklar (Fotografie-Vitrine im Meetingraum?) und Vitrine und Fotografien kamen in der Ecke insgesamt nicht gut zur Geltung. 

Besprechungsraum (nach der Umgestaltung)

Wir haben uns bei der Umgestaltung also auf folgende Punkte konzentriert: Raumaufteilung, Farbgebung, Raumgefühl. Als Planungs- und Entscheidungshilfe dienten Fotos der Räume, die in einer Adobe Photoshop-Datei mit den geplanten Elementen ergänzt wurden - diese konnten dann separat ein- und ausgeblendet werden, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Änderungen wirken. Unsere erste Maßnahme: Streichen! Der letzte Anstrich war schon eine Weile her, die Stuhllehnen hatten bereits Spuren an den Wänden hinterlassen und das nicht mehr ganz so weiße Weiß der Wände ließ den Raum dunkler wirken als er ist. Gesagt, getan: nach einem Wochenende Pinseln erstrahlte der Raum wieder in neuem Farb-Glanz und wirkte allein dadurch schon viel frischer und freundlicher. Jede/r der/die schon mal Räume geweißelt hat, weiß, wie verblüffend dieser Effekt ist. Die weitere Farbgebung des Raumes sollte an dessen Funktion angepasst sein und für eine frische und ruhige Atmosphäre sorgen. Die psychologische Wirkung von Farben spielt eine große Rolle bei der Gestaltung von Räumen: beispielsweise erzeugen warme Farbtöne wie Orange eine heitere, belebende und gesellige Atmosphäre, lassen jedoch Räume schnell kleiner erscheinen. Rot ist sehr dynamisch und vermittelt Aktivität und Stärke, kann aber auch aggressiv wirken und wird eher als Signal- und Warnfarbe wahrgenommen. Für den Besprechungsraum schien eine Kombination aus Blau-, Grün- und Gelbtönen geeignet. Der durch die Konferenzstühle bereits vorgegebene dunkelblaue Farbton wurde aufgegriffen und durch geeignete Farben ergänzt: Die Farbe Grün fördert die Konzentration, wirkt vitalisierend und eignet sich für Räume, die Ruhe ausstrahlen aber auch zu geistiger Tätigkeit und Kreativität anregen sollen (auch Grünpflanzen können diesen Effekt erzielen). Helle Grüntöne wirken frisch und freundlich, in Kombination mit Blau lässt Grün Räume optisch größer wirken. Blau wirkt beruhigend und festigend, ihm wird sogar eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt. Gelb verleiht Räumen eine sonnige und positive Atmosphäre, die Farbe wirkt anregend und belebend und ist daher auch ideal für Diskussions- und Besprechungsräume.

 

Nachdem das zukünftige Farbschema festgelegt war, wurde gemeinsam ein geeigneter Stoff ausgewählt und ich habe mich an die Nähmaschine gesetzt, um Vorhänge anzufertigen. Textilien schlucken bekanntlich Schall - so ergab sich zusätzlich zur Farbe und zum erhöhten Gemütlichkeitsfaktor ein angenehmer Nebeneffekt. Für einen weiteren passenden Farbtupfer habe ich mich schließlich mit meiner Kamera aufgemacht und nun schmückt eine Panorama-Fotografie vom Georg-Büchner-Platz vor dem Staatstheater Darmstadt die große Wand hinter dem Besprechungstisch, was gleichzeitig den Bezug zur Stadt herstellt. Die Bilderrahmen in der zukünftigen Coaching-Ecke wurden abgehängt und die Fotovitrine entfernt - beides sollte im Eingangsbereich/Flur einen passenderen und sichtbareren Platz finden.

Meetingraum: Die Coaching-Ecke

Als von klein auf begeisterte Selbermacherin und Handwerkerin hatte ich einige Zeit zuvor die "Hartz-IV-Möbel"-Bauanleitungen des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel entdeckt und mir das entsprechende Buch zugelegt. Darin bietet Van Bo Le-Mentzel tolle Bauanleitungen für Selbstbaumöbel an, die mit etwas Geschick und Materialien aus dem Baumarkt für kleines Geld leicht nachzubauen sind und neben Funktion und Zweckmäßigkeit auch noch einem Design-Anspruch gerecht werden (weitere Informationen: www.hartzivmoebel.de). Nichts lag näher, als selbst zu werkeln und die neue Coaching-Ecke mit zwei "24 Euro-Sesseln" aus der Hartz-IV-Möbel-Serie zu bestücken. Wir trafen uns also zu dritt an einem Samstag und machten uns ans Werk (Anm.: wir haben Holzleisten und Bretter aus Kiefer-Leimholz mit passender Breite aus dem Baumarkt verwendet, die wir dort auf die benötigte Länge zuschneiden ließen; also nicht die Zuschnittvorlage für Leimholzbretter wie im Buch). Es war ein anstrengender aber erfolgreicher Werkel-Tag mit allem, was dazugehört: Frustmomente, "Das geht so nicht"-Phasen und Glücksgefühle bei der ersten Sitzprobe. Alles in allem: eine tolle Gemeinschaftsarbeit! Danach wurde den Sesseln zum Schutz noch eine Lasur verpasst - dadurch kam die Maserung auch schön zur Geltung. Für die Sitzpolster haben wir Schaumstoffzuschnitte in den passenden Maßen online bestellt (www.schaumstofflager.de). Mit Stoff in einem zu den anderen Stühlen passenden Dunkelblau wurden Posterhüllen genäht. Eine über Kleinanzeigen günstig erstandene, gebrauchte aber gut erhaltene Stehlampe aus einem Darmstädter Haushalt, ergänzte das Sessel-Duo. Zwei "Berliner Hocker" (auch aus dem Hartz-IV-Möbel-Buch) dienen als Tischchen. Voilà - eine hübsche und gemütliche Coaching-Ecke war entstanden!

Gemeinsamer Sesselbau für die Coaching-Ecke

Besprechungsraum_COWO21_Coaching-Ecke
Besprechungsraum_COWO21_Coaching-Ecke

FAZIT: mit vereinten Kräften, ein paar Stunden Arbeit und etwas handwerklichem Geschick lassen sich Räume leicht und für wenig Geld gemütlicher und freundlicher gestalten. Nachhaltig wird es, wenn man selbst Hand anlegt und auf gebrauchte Gegenstände zurückgreift, die gut erhalten sind oder denen man durch Upcycling einen schickes Upgrade verpasst. Durch die Gemeinschaftsarbeit entsteht ein persönlicher Bezug - beim Blick auf selbstgebaute Möbel denkt man gerne an den Entstehungsprozess zurück und ist stolz auf das Geschaffene. Außerdem bietet ein gemeinsam geschaffener Meetingraum originellen Gesprächsstoff für den Kundenkontakt - wer hat schon Räume, die von den Mitarbeitern selbst gestaltet wurden? 

 

Die Umgestaltung des Meetingraums im COWO21 kam bei den Coworkern sehr gut an. Vor allem beim weiblichen Publikum, das sich schon länger etwas mehr Farbe und Gemütlichkeit gewünscht hatte. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen waren eine schöne Bestätigung für die Arbeit und das Herzblut, das wir investiert hatten. Alles in allem also ein gelungenes erstes FreuRaum-Projekt! Einen Blog-Artikel von Frank hierzu könnt ihr hier nachlesen: http://cowo21.de/2014/11/10/cowo-2-0/

Mit dem Meetingraum hört die COWO-Umgestaltung aber nicht auf - weitere Veränderungen im Flur und Eingangsbereich folgten: 

Eingangsbereich und Flur

Im Eingangsbereich war die Raumausnutzung nicht ideal und der Eingangsbereich war relativ dunkel. Der von der Darmstädter Architektin Jula Kim Sieber entworfene Besprechungspilz "Meshroom2" war bis dato hier untergebracht. Die geniale Konstruktion aus Pappe diente als "Raum im Raum" für Telefonate und Gespräche in kleinen Gruppen bis 4 Personen (wie der Meshroom gebaut wurde, könnt ihr hier nachlesen: http://cowo21.de/2011/10/26/meshroom2/). Um mehr Licht im Eingangsbereich zu haben und den Raum besser auszunutzen, schlug ich vor, den Meshroom2 am Ende des Flurs unterzubringen - die Nische dort hatte glücklicherweise exakt dieselben Maße und so konnte die Konstruktion dort einen neuen und passenden Standort finden. Dadurch wurde im Eingangsbereich viel Platz frei, der nun mit Sitzgelegenheiten für Besucher ausgestattet werden konnte. 

Im COWO-Fundus fanden sich Sitzhocker, die bisher meist ungenutzt blieben und im Küchenbereich gelagert wurden. Zwar praktisch aber eher etwas unansehnlich mit den grauen und abgewetzten Oberflächen, verpasste ich ihnen kurzerhand selbstgenähte Bezüge in den COWO21-Logofarben - die Sitzhockergruppe im Eingangsbereich war geboren. Ein kleiner Tisch aus Limo-Kästen und zwei Stadtansichten des Darmstädter Fotografen Christian Ian Ray rundeten das Ganze schließlich ab.


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Nach vorheriger Terminabsprache ist heinermade ab Oktober  in der Ludwigshöhstraße in DA zu finden. Die heinermade-Schauvitrinen im COWO21 in der Holzhofallee können nach wie vor zu den Öffnungszeiten des COWO21 besichtigt werden (Mo.-Fr. von 08:00 – 18:00 Uhr). Infos zur Anfahrt: http://cowo21.de/mehr/kontakt/



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